Abitur 2016

Am 17. Juni 2016 erhielten 118 Schülerinnen und Schüler ihr Abiturzeugnis: Die Abiturientia 2016

Mangelndes Selbstbewusstsein kann man den Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2016 nicht unterstellen, lautete doch ihr Abi-Motto: „Abilymp. Auch Götter müssen gehen.“ Doch bekanntlich haben die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt. Und so mussten die Abiturienten erst vier Wochen lang zeigen, dass sie auch tatsächlich „reif“ sind zu gehen. Und die Behörde, die für die Erstellung der Prüfungsthemen zuständig ist, hatte sich besonders im Fach Mathematik besondere Fallen ausgedacht. Derart, dass nach lauten Protesten der Bewertungsschlüssel geändert wurde und die Noten vieler Arbeiten im Fach Mathematik heraufgesetzt werden mussten. Im Fach Deutsch fielen manche Abiturienten in eine selbstgestellte Falle. In diesem Jahr gab es eine neue Aufgabenform, das materialgestützte Schreiben. Die Abiturienten erhalten viele Materialien, die sie durcharbeiten sollen, um mit ihre Hilfe und eigenen Überlegungen einen Kommentar zu schreiben. Das bedeutet gleichzeitig, dass der im Unterricht behandelte Stoff nicht so wichtig ist. Eine reizvolle Aufgabe, dachten über 90 % der Abiturienten und wählten diese Aufgabe. Dabei übersahen sie, dass bei dieser Aufgabenform besondere journalistische Qualitäten erforderlich sind, soll der Kommentar doch pfiffig, kritisch und gut zu lesen sein. Und so fielen die Noten nicht immer so aus, wie es erwartet wurde.

Nach Ende der schriftlichen und mündlichen Abiturprüfungen sowie der Nachprüfungen bestanden 118 Abiturientinnen und Abiturienten das Abitur. Gefeiert wurde dies intensiv: auf der Jahrgangsfahrt nach Bulgarien, nach der Bekanntgabe der Noten im Stadtpark und natürlich beim Abistreich. Die feierliche Verabschiedung fand am Freitag, dem 17. Juni statt. Nach dem Gottesdienst, der vor allem durch den Abichor unter der Leitung von Beate Stanko sowie die von Jennifer Erhardt erstellten Bilder, die den Gottesdienst prägten, besonderen Anklang fand, trafen sich die Abiturienten mit ihren Gästen in der Münsterlandhalle zur feierlichen Verabschiedung. Umrahmt wurde sie von der Bigband des CAG „Cajazzo“ unter der Leitung von Thomas Stanko.

In seiner Begrüßung konnte der stellvertretende Schulleiter Günter Kannen neben den Abiturienten, deren Eltern sowie den Lehrern mehrere Gäste begrüßen: Landrat Wimberg als Vertreter des Schulträgers, Uwe Hausfeld, den Vorsitzenden des Schulelternrats, Anne Remmers vom Förderverein, Norbert Moormann vom Ehemaligenverein und Tobias Vaske von der OLB.

Anhand einiger Zahlen kennzeichnete der den diesjährigen Abiturjahrgang: Er bestand aus 69 Abiturientinnen (58 %) und 49 Abiturienten (42 %), die zusammen einen Abiturdurchschnitt von 2,64, demdrittbesten Schnitt seit Beginn der Aufzeichnungen am CAG vor über 20 Jahren, erzielten. Fast 15 % der Abiturienten hatten eine 1 vor dem Komma. Kritisch verwies er allerdings darauf, die eigene Leistung an diesen Ziffern auszurichten. ringend davor warnen, die Einschätzung der eigenen Abiturnote nur an dieser Ziffer auszurichten. Viel wichtiger sei, wie ich selbst mein eigenes Engagement einschätze. Intelligenz alleine reiche in aller Regel nicht aus, Fleiß und Ausdauer gehören dazu. Zudem spiele neben der schulischen Leistung für die Zufriedenheit des Einzelnen auch eine Rolle, ob man sich für andere eingesetzt habe. Dies treffe auf diesen Jahrgang in besonderer Weise zu. Als Präfekten und Streitschlichter, als Mitglieder der SV und im Schulvorstand hätten sie das schulische Leben auf vielfältige Weise gestaltet und geprägt.

Auch Landrat Johann Wimberg gratulierte den Abiturienten zur ihrer Leistung. Auch wenn gute Noten nicht alles seien, sei das Reifezeugnis eine gute Eintrittskarte für die Zukunft. Es sei das Fundament für den späteren Lebensweg. Wimberg appellierte an die Abiturienten, sich nicht nur um den eigenen Beruf und die Familie zu kümmern, sondern sich für das Allgemeinwohl einzusetzen.

Im Anschluss an sein Grußwort verliehen Landrat Wimberg dem Jahrgangsbesten Thilo Nitsche die Ehrenmedaille des Landkreises sowie Tobias Vaske von der Oldenburgischen Landesbank den Ehrenpreis der OLB. Für ihr großes soziales Engagement vor allem in der Übersee-AG und als Präfektin erhielt Kedar Cetin den Ehrenpreis der Münsterländischen Tageszeitung.

Die Elternvertreterin Maria Hackstedt wünschte den jetzt „flügge“ gewordenen Abiturienten, dass sie den richtigen Sensor für die Entscheidung finden, was richtig und wichtig ist. Und sie lobte das CAG: „Ihr habt Glück gehabt, an einer Schule gewesen zu sein, an der se sehr menschlich zugegangen ist.“
Jonas Westbrock erinnerte in seiner Rede als Vertreter der Abiturienten an das Motto dieses Jahrgangs und stellte fest: „Wir sind Götter“. Konkret heiße das: „Wir sind die Bildungselite des Landes, obwohl man es vielleicht nicht sieht.“ Das Wichtigste, das sie in ihrer Schulzeit gelernt hätten, seien der Umgang mit Menschen und das Arbeiten im Team.

In ihrer Festrede verwies die Schulleiterin Annette Ovelgönne-Jansen auf terroristische Anschläge in den vergangenen Monaten. „Die feigen Anschläge auf das Satiremagazin Charlie Hebdo und erst vor wenigen Tagen auf die Menschen in Orlando, das Werfen von Brandsätzen auf geplante Flüchtlingsunterkünfte oder die Hetzreden gegen Asylsuchende, all das hat viele Menschen bewegt, beunruhigt oder sogar geängstigt und mit der Frage zurückgelassen: Was können wir dagegen tun? Man fühlt sich hilflos und allein gegenüber einer kaum einschätzbaren Gefahr.“ Diesen Anschlägen habe man wirkmächtige Zeichen entgegengesetzt, z. B. Lichterketten oder Bauwerke, in den französischen Nationalfarben angestrahlt wurden. Ausführlich setzte sich Ovelgönne-Jansen mit der Zeichentheorie auseinander und wies darauf hin, dass es Zeichen gebe, die universalen Charakter hätten. „Ein Lächeln wird überall auf der Welt als freundliches Zeichen verstanden, das Zeigen der Handflächen als friedliches Symbol. Auch die eingangs erwähnten Reaktionen auf Anschläge oder rassistisches Verhalten werden meiner Ansicht nach überall verstanden. Wird Gewalt gegen Flüchtlinge ausgeübt, werden Heime angesteckt und gehen dann viele Menschen auf die Straße, ist dies ein deutliches Zeichen des gewaltfreien Protests, das den Opfern zeigen soll, es sind nicht alle Menschen rassistisch und verblendet. Werden nach Anschlägen Blumen, Kerzen oder Stofftiere am Ort des Geschehens niedergelegt, mag mancher das als naiv und sinnlos empfinden, es ist aber doch ein Zeichen des tiefen Mitgefühls, ein Zeichen für die Opfer, dass sie nicht alleine stehen. Und wenn in Deutschland, England oder den USA Bauwerke in den französischen Nationalfarben angestrahlt werden, so ist auch das ein großes Zeichen, dessen Bedeutung sich auch Menschen aus nicht westlichen Kulturkreisen, so glaube ich, erschließt. Es zeigt Solidarität und macht deutlich, dass eine Vielzahl an Menschen die eigenen Werte teilt und man nicht alleine steht. Es gibt Sicherheit, dass die von uns geschätzten Werte nicht dem Untergang geweiht sind. Es macht Mut, zu diesen freiheitlichen Werten zu stehen. Wenn man das Gefühl hat, ohnmächtig solchen Anschlägen aufgeliefert zu sein, sollte man diese psychologische Wirkung der Zeichen nicht unterschätzen.
Wir sind also umgeben von Zeichen, deren Bedeutung wir entschlüsseln müssen und deren Wirkung ganz unterschiedlich sein kann. In diese Welt werdet auch ihr, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, nun entlassen. So wünsche ich euch, dass ihr mit offenen Augen euren Weg geht und die Zeichen des alltäglichen Lebens, die ihr seht, deuten könnt. Ich wünsche euch, dass ihr durch Zeichen wie die soeben dargestellten nicht verzweifelt oder resigniert, sondern sie als Mutmacher empfindet, für eure Überzeugungen einzustehen. Ich würde mich freuen, wenn ihr zu Menschen werdet, die selbst Zeichen setzen für eine freie, friedliche Gesellschaft und wünsche euch von Herzen alles Gute auf diesem Weg.“

Im Anschluss daran wurden die Abiturzeugnisse überreicht. Einige Schüler wurden für besondere Leistungen ausgezeichnet:

  • Im Fach Chemie: Thilo Nitsche
  • Im Fach Erdkunde: Stefanie Batisch, Charis Piper
  • Im Fach Französisch: Janna Koopmann, Olga Holzmann, Michelle Naumann
  • Im Fach Latein: Jonas Vallan
  • Im Fach Mathematik: Thilo Nitsche
  • Im Fach katholische Religion: Janna Koopmann, Andrea Meyer
  • Im Fach Physik: Nils Müsegaes, Jonas Vallan, Markus Schander, Paul Pollex

 

Günter Kannen


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