Theateraufführung der Klassen 7-9: "Holmes: Tee, Tod und Toast"

  „Is‘ was passiert?“ fragt Sherlock Holmes (Brian Otten) am Ende des Stückes in typisch unterkühlter Manier des englischen Gentleman. Natürlich ist was passiert – und zwar ganz viel an diesem Abend auf der Theaterbühne im CAG. Zwei knifflige Kriminalfälle wurden durch die überlegene Kombinationskunst der Detektive Holmes und Dr. Watson (Max Ehlert) gelöst, viele Turbulenzen mit gekrönten Häuptern, Schurken und Dienstpersonal wurden souverän vorgeführt – und ein Stromausfall auf offener Bühne wurde professionell von allen dadurch gemeistert, dass sie einfach weiterspielten.

 

Zu Beginn sehen wir einen völlig frustierten spleenigen Holmes, der verzweifelt ist, weil er keinen Kriminalfall zu lösen hat. Aber es dauert nicht lange, und ein gekröntes Haupt (Annalena Wagner) sucht händeringend seine Hilfe, um nicht von der ehemaligen Geliebten Irene Adler (Eva Delwisch/Alina Lüers) kompromittiert zu werden, und danach braucht die englische Inspektorin Lestrade (Katharina Fangmann) unbedingt seine Hilfe in einem vermeintlich klaren Mordfall auf dem Lande. Für ausreichend Spannung und Verwicklungen ist also bei „Holmes: Tee, Tod und Toast“ gesorgt.

Mit viel Schwung, Wortwitz und originellen Regieeinfällen entfalten die jungen Schauspieler im Alter von 13 bis 15 Jahren die anspruchsvolle Handlung, die ursprünglich für ältere Spieler geschrieben wurde. Die akribische Spurensuche und die unterkühlten Kommentare von Holmes überraschen und amüsieren die Zuschauer immer wieder durch ihre tollen Einfälle. Den Mörder vom Lande vermag Holmes schnell zu finden, auch wenn es erst völlig unübersichtlich aussieht und der Adelssohn James McCarthy (Lukas Lass) schon als Täter ausgemacht zu sein scheint.

Kniffliger wird es allerdings für Holmes in der Sache mit der Opernsängerin Adler; sie ist nicht nur klug und schlagfertig, sie überwältigt ihn mit ihren weiblichen Reizen, so dass Holmes kaum von ihr loskommt: „Keiner kann Ihnen das Wasser reichen“ provoziert sie den Meisterdetektiv. „Aber Sie sind nahe dran!“ kontert er und kann sich gerade noch vor ihr retten, weil jemand anderes auftritt. So entwindet er sich ihren Verführungskünsten und meistert auch diesen Fall überlegen.

Gefallen konnten auch die kleineren Rollen, die gut entwickelt und mit Spaß ausgespielt wurden. Laura Hurlebaus gefielt in den Rollen als Patience und Bedienstete im Schloss durch ihr frisches, unbekümmertes und schlagfertiges Spiel, Abu Cetin und Lisa Düker bzw. Svenja Behre spielten die Begleiter der beiden Protagonisten Holmes und Dr. Watson wirklich gekonnt.

Das Bühnenbild war mit viel Geschick und guten Einfällen aus wenig Requisiten hergestellt und stellte die Szenen stilvoll sicher her. Die Untermalung durch die Musik passte gekonnt zur Atmosphäre des Stückes. Bei der Freude über die schauspielerischen Fähigkeiten der jungen Schüler wird nicht übersehen, dass Frau Nordlohne und Herr Lücking hier überzeugende Arbeit geleistet haben, indem sie ihre Theatertruppe zu solchen beachtlichen Leistungen führen konnten.

 

Heinrich Hachmöller

Clemens-August-Gymnasium

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