Wozu Latein?

Die Geschichte des Römischen Reiches begann 753 v. Chr. mit der Gründung Roms und endete vorerst 476 n. Chr. mit dem Ende des Weströmischen Reiches; wir haben es also mit einem Zeitraum von über 1200 Jahren zu tun. Nach und nach eroberten die Römer den gesamten Mittelmeerraum und beherrschten ihn lange Zeit. Und in dieser langen Zeit übten sie natürlich auch einen erheblichen und anhaltenden Einfluss auf die eroberten Gebiete aus.
Folglich liegen die Wurzeln des heutigen Europas in der Antike.

Aber mit dem Untergang des Weströmischen Reiches endete nicht die Geschichte und der Einfluss des Lateinischen.
Es schließt sich für ca. 1000 Jahre die Epoche des Mittelalters an, in der einer der wichtigsten Machtfaktoren die Kirche war - und die Sprache der Kirche war und ist bis heute Latein.

Nach dem Mittelalter beginnt die Neuzeit mit einer Epoche, die man Renaissance nennt - und Renaissance bedeutet nichts anderes als "Wiedergeburt". Wiedergeboren wurde die antike Kultur, also die Kultur des Römischen Reiches. Alle Gelehrten und Wissenschaftler besannen sich auf die Errungenschaften der Antike zurück und setzten sich aufs Neue damit auseinander; und dabei benutzten sie auch die Sprache, die man in der Antike gesprochen hatte: Latein. Daher blieb das Lateinische, obwohl es zu diesem Zeitpunkt schon keine gesprochene Landessprache mehr war, die führende Sprache in Wissenschaft und Literatur, die alle Gelehrten bis in die Neuzeit beherrschten und beherrschen mussten, wenn sie von ihren europäischen Kollegen verstanden werden wollten.

Noch im 19. Jhd. wurden in Europa an allen Universitäten Vorlesungen auf Latein gehalten und auf Grund dieser über 2000-jährigen Tradition ist Latein bis heute ein gängiges Unterrichtsfach an Gymnasien geblieben. Außerdem wird wegen der Bedeutung des Lateinischen für die sprachliche, geisteswissenschaftliche und kulturelle Entwicklung in Europa für das Studium vieler Fächer an Universitäten ein Nachweis über ausreichende Lateinkenntnisse verlangt: das ist das sog. Latinum.

In den Regionen des Römischen Reiches, in denen die Römer besonders lange geherrscht haben, entwickelten sich aus dem Lateinischen und der jeweiligen Landessprache Tochtersprachen, die sog. Romanischen Sprachen: Das sind vor allem Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch und Französisch; diese Sprachen lassen sich mit Latein als Basis besonders leicht erlernen.

Doch auch in Britannien hinterließen die Römer seit dem 1. Jhd. v. Chr. nicht nur kulturell ihre Spuren, sondern auch in der Sprache, sodass sich auch ein großer Teil des englischen Vokabulars (ca. 60 %) aus dem Lateinischen herleiten lässt.

Die Germanen widersetzten sich zwar der römischen Herrschaft großenteils sehr erfolgreich, aber vor allem dadurch, dass Latein die Weltsprache der Gelehrten in der Neuzeit war, haben sich im Deutschen sehr viele Fremdwörter aus dem Lateinischen entwickelt. Diese Tradition besteht bis heute fort, d.h. es werden immer noch neue Fremdwörter gebildet, die aus dem Lateinischen abgeleitet sind. Mit Hilfe des Lateinischen lassen sich diese Fremdwörter leicht entschlüsseln.



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