Exkursion zur Standortkonzentration und vertikalen Integration in der Geflügelfleischproduktion

2016 Puten„Vom Küken zum Endprodukt“ – das war das Motto der Exkursion vom Erdkundegrundkurs des Jahrganges 11 von Frau Niehaus. An diesem Beispiel sollte das im Unterricht erarbeitete Thema „die vertikale Vollintegration“ vorgestellt werden. Gemeinsam mit Ursula Welting von der Universität Vechta fuhren wir zur ersten Station, den Aufzuchtställen in Neerstedt in der Gemeinde Dötlingen. Hier wurde uns, nachdem wir uns mit einem keimfreien Overall, einem Haarnetz und Schuhüberziehern bekleidet hatten, die dreiwöchigen Putenküken und der eigentliche Stall von innen und außen gezeigt. In dem sauberen Stall waren es, als wir ihn betreten haben, 26° Celsius, was uns im ersten Moment als sehr heiß und stickig vorkam, wobei der Eindruck im weiteren Verlauf der Zeit besser wurde. Anschließend sind wir dann in das Zentrum des Stalls gegangen und wurden sozusagen von den dreiwöchigen Küken umkreist. Die Küken waren nicht „aufeinander gestapelt“ waren, sondern konnten sich „frei“ bewegen. Zum Schluss hatten wir noch die Möglichkeit, die kleinen Tiere auf den Arm zu nehmen und sie zu streicheln, wobei hier außerdem auch Fragen bezüglich der Arbeit und der Puten an den Landwirt gestellt wurden.

Die zweite Station stellten dann weitere Ställe desselben Landwirtes nur wenige hundert Meter entfernt dar, die Puten beherbergten, die mittlerweile schon 15 Wochen alt waren und nach weiteren vier Wochen die Schlachtreife erreicht haben. Wieder wurde der Stall mit den neugierigen und schon deutlich größeren Tieren inspiziert. Außerdem wurde deutlich, dass durch das Wachstum der mittlerweile 13kg schweren Puten den einzelnen Tieren weniger Platz zur Verfügung stand, weil sowohl Besatzzahl als auch Stallgröße unverändert waren. Es stellt sich also die Frage, ob die Tiere bei der Massentierhaltung genug Platz haben und sich dort nicht quälen. Die Tiere machten jedoch keinen unglücklichen Eindruck und waren, ebenfalls wie die Kleineren, sehr neugierig und gewöhnten sich schon nach kurzer Zeit an uns. Nach den Besichtigungen stand der Landwirt erneut Rede und Antwort und verdeutlichte, dass in der heutigen Landwirtschaft eine starke Spezialisierung stattfindet, also dass sich ein Landwirt auf nur einen Landwirtschaftszweig fokussiert und dem Käufer dementsprechend nur ein Produkt bzw. eine Tiersorte liefert.

Der dritte Standort war letztendlich die Produktion und Verarbeitung durch die Firma Heidemark in Ahlhorn. Wir wurden von Christian Woltering durch den Schlachthof geführt, wobei die komplette Produktion, also von der Schlachtung der Tiere über die Verarbeitung des Fleisches bis zur Verpackung der Produkte gezeigt und erklärt wurde. Man gewann so einen tiefen Einblick in die Verarbeitung und Produktion und konnte wirklich jeden Schritt mitverfolgen. Hierbei war es gar nicht so schlimm, wie es in den Medien oft berichtet wird, sodass alle positiv überrascht waren. Am Ende des Tages hatte dann jeder von uns eine Vorstellung davon, wie das Produkt, was im Discounter verkauft wird, hergestellt wird und woher es dann tatsächlich kommt.

Alle Schüler empfanden diese Exkursion als eine positive Erfahrung, da außerdem noch deutlich wurde, dass nicht alles, was in den Medien veröffentlicht wird, auch immer und überall zutreffen muss. Denn keiner von uns hatte wahrgenommen, dass die Tiere sich sowohl während der Zucht als auch während der Schlachtung quälen bzw. unter katastrophalen Zuständen aufwachsen und anschließend ohne richtiger Betäubung geschlachtet werden, wie die Medien oft im Bezug zur Massentierhaltung berichten. Dimitri Schreiter

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