Nach monatelanger Vorfreude ging am Montag dem 10.02.2025 endlich die Fahrt des zehnten Jahrgangs nach Berlin los. Am frühen Morgen versammelten wir uns am Bahnhof, um gemeinsam in die deutsche Hauptstadt aufzubrechen. Die Reise versprach nicht nur eine schöne Zeit und das Zusammenwachsen des Jahrgangs, sondern auch viele wertvolle Einblicke in die Vergangenheit.
Nach einem schnellen Blick in die Zimmer machten wir uns schon am ersten Tag auf, um nach der langen Busfahrt Berlin zu erkunden. In kleinen Gruppen wurden Selfies geschossen, Food Spots ausgetestet und schon einige Sehenswürdigkeiten abgeklappert, wonach die meisten am Abend müde in ihre Betten fielen. Am nächsten Tag ging es nach einem ausgiebigen Frühstück, das von Brötchen bis hin zum Müsli alles zu bieten hatte, in den Bussen quer durch die riesige Stadt. Innerhalb von zwei Stunden wurde uns von einer netten Stimme ein Einblick in die kulturelle Vielfalt Berlins gegeben und eine enorme Vorfreude auf die Dinge geschürt, die wir im Laufe der folgenden Tage selbst besuchen durften. Doch war der Höhepunkt dieses ereignisreichen Tages erst am Nachmittag erreicht: Nun gab es für den Jahrgang Führungen durch das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Die Einblicke, die uns dort gewährt wurden, glichen einer Zeitreise und uns wurde ein eindrucksvolles Bild der damaligen Zeiten mitgegeben. Mit jedem Schritt, den wir auf die Geschichte der Häftlinge zugingen, verstummte ein Teil des vorherigen Lachens und verlor sich zwischen den gewaltigen Wänden der Zellen. „Das werde ich so schnell nicht wieder vergessen können“, gab eine Schülerin nach der Führung bewegt zu.
Zudem erkundete die Klasse 10Fc am Dienstagabend die verborgenen Unterwelten Berlins. Von alten Hinterhöfen bis zu versteckten Treffpunkten entdeckte sie jede Menge Graffiti-Kunst, alternative Clubs, eine außergewöhnliche Boulderhalle und eine sehr kleine Disco in einer Telefonzelle. Die Atmosphäre war spannend und manchmal auch beklemmend, doch überall spürte man das kreative Berlin. Dieser ungewöhnliche Einblick zeigte der 10Fc eine ganz andere Seite unserer Hauptstadt.
Der folgende Mittwoch bot dann den Wechsel von der Vergangenheit in die Gegenwart. Während dem spannenden Besuch im Bundestag fühlten wir uns, als seien wir selbst ein Teil der modernen Politik. Dann, in der Kuppel, konnte die Geschichte des Bundestages noch einmal nachgelesen und daraufhin der Ausblick über Berlin genossen werden. Trotz des kalten Windes haben wir es uns nicht nehmen lassen, ein wenig auf dem Dach zu verweilen, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.
Am Nachmittag begab sich die Klasse 10La in die Stauffenberg Straße zu der Gedenkstätte Stille Helden, wo sie sich in zwei Gruppen teilte. Die eine Gruppe bekam eine Führung durch die Ausstellung, in der es um die Judenverfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus ging. Die andere beschäftigte sich in einem Workshop mit der Frage: Was ist eigentlich Widerstand? In beiden Gruppen ging es aber um jüdische Menschen, denen aus Menschlichkeit und Mitgefühl geholfen wurde.
Außerdem tauchten die Schülerinnen und Schüler der 10Lb in die Geschichte der weltberühmten East Side Gallery, der längsten Open-Air-Galerie der Welt und einem Teilstück der Berliner Mauer, ein. Die Tour beleuchtete politische und künstlerische Botschaften der Werke von 1990 bzw. 2009 und bot Einblicke in den Erhalt des Mauerstücks. Am Abend konnten dann ein paar Schülerinnen und Schüler das Improtheater der sogenannten Gorillas genießen und noch einmal von Herzen über die kleinen Witzeleien lachen. Der Donnerstag bot der Klasse 10Fb einen Exkurs unter die Erde, wobei sie den damaligen Fluchtversuchen aus der DDR, den Tunnelgräbern selbst und ihren Geschichten auf der Spur war. Verschiedene Schicksale berührten die Schülerinnen und Schüler und sie hielten auf dem Rückweg einen Moment vor dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas inne, bevor sie daraufhin in Kleingruppen wieder allein durch Berlin streifen durften. Wer nun in die unterirdische U-Bahn stieg, konnte gar nicht anders, als an all die gescheiterten Tunnel zu denken. Wie schön es doch ist, dass wir uns heutzutage nicht darum sorgen müssen, wie wir von Ost- nach Westberlin kommen!
Der darauffolgende Besuch des Matrix war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Ein paar Schülerinnen und Schüler erlebten das Berliner Clubleben im Rahmen einer Schülerdisco, lernten neue Leute kennen und tanzten ausgiebig. Auch die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer ließen es sich nicht nehmen, mitzufeiern. Der letzte Tag erwies sich trotz der frühen Abfahrt als sehr interessant, da hier eine sehr informative Führung durch das Olympiastadion vorgesehen war. Die Größe des Stadions ließ uns mehr als nur einmal sprachlos werden und wir stiegen beeindruckt wieder in den Bus.
Eine Schülerin erklärte: „Es war eine tolle Fahrt, die uns einander nähergebracht hat.“ Wir machten uns dann gegen 12:00 Uhr wieder auf den Heimweg und nahmen Erinnerungen an eine wunderschöne Woche mit nach Hause.
Sophia Schander (10Fb)