„Schülerpreis des Heimatbundes Oldenburger Münsterland“ für eine Facharbeit über Clemens-August

2021 04 WillenborgLaura Willenborg, angehende Abiturientin des Jahrganges 2021, durfte unter starker Beachtung der lokalen Medien am 21.4.2021 die Urkunde zur Ehrung mit dem Schülerpreis des Heimatbundes Oldenburger Münsterland entgegennehmen. Die engagierte Schülerin hatte in ihrer Facharbeit den Namensgeber ihres Gymnasiums, Clemens August Graf von Galen, kritisch betrachtet. Für den Jahrgang zwölf ist es obligatorisch, im zweiten Halbjahr das wissenschaftliche Arbeiten kennenzulernen. Im Rahmen des Geschichtsleistungskurses unter der Leitung von Frau Lübbers sollten sich die Schülerinnen und Schüler mit heimatkundlichen Themen beschäftigen. Ein Besuch im Stadtarchiv, der von den dortigen Betreuern mit viel Enthusiasmus begleitet wurde, sowie ein Recherchetraining in der Landesbibliothek in Oldenburg halfen, sich zu orientieren und in die Bibliotheksarbeit Einsicht zu nehmen.

Aus dem Gefühl heraus, dass der Schulgemeinschaft des CAG vielleicht nicht genügend über von Galen und die mit den Bischof verknüpfte Namensgebung bekannt sei, entschied sich die Achtzehnjährige, der Frage nachzugehen, inwiefern man Clemens August Graf von Galen als passenden Namensgeber für ein Gymnasium in der heutigen Zeit bezeichnen kann. Laura setzte sich in ihrer Darstellung mit umfangreicher Sekundärliteratur auseinander, sichtete verschiedene Quellen – wie die Predigten des Kardinals – und interviewte einen Fachmann zu diesem Thema: Dr. Hubert Gelhaus. Die Schülerin kommt zu einem eigenen starken Urteil: der Namensgeber sei „nicht nur der Löwe von Münster“ gewesen, sondern habe „auch weitaus weniger heroische Ansichten“ vertreten. Auch auf der Grundlage eines Interviews mit Dr. Gelhaus stellt die Facharbeit fest, dass es auch andere Predigten und Hirtenbriefe gebe, in denen von Galen mehr „um das Wohl der katholischen Kirche besorgt“ gewesen und „die politischen Entscheidungen Hitlers“ unkommentiert gelassen oder sogar befürwortet habe. Die Facharbeit stellt die Namensgebung des Jahres 1949 in ihren Umständen vor – der Name habe die „Wichtigkeit des christlichen Humanismus für die Schule widerspiegeln“ und die Bedeutung für die Geschichte des katholischen Südoldenburgs durch Galens Unterstützung des Kreuzkampfes von 1936 dokumentieren sollen.

Auch wenn also die Opposition von Galens bezüglich der Methoden Hitlers „aus heutiger Sicht als mutig und tapfer anzusehen“ sei, und „nicht unterschätzt werden“ sollte, gebe es dennoch – auch nach Überprüfung anderer Namensgeber - keine ideale Namensgebung, an welcher man „keine Kritik üben“ könne.

Es sei zukünftig wichtig, dass die Schulgemeinschaft über diese Kontroverse bezüglich ihres Namensgebers informiert sei. Dennoch seien die drei Predigen des Sommers 1941, „in denen er Mut und Mitgefühl zeigt und sein Leben riskierte“ auch auf der Basis des Leitbildes der Schule eine wichtige „Grundlage für die Namensgebung“ - die dahinter „verborgenen Werte und Normen“ seien repräsentativ und für die Schulgemeinschaft zur Weitergabe geeignet.

Mit dieser qualitativ hochwertigen Auseinandersetzung leistet die Abschlussschülerin einen wichtigen Beitrag zur Diskussionskultur des CAG und verknüpft sich mit der Geschichte ihrer bald ehemaligen Schule – ein verdienter erster Preis für eine Facharbeit, die mit 15 Punkten (voll sehr gut) bewertet wurde.

Ausleihbar in der Bibliothek des Clemens-August-Gymnasiums

Clemens-August-Gymnasium

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