In der vergangenen Woche besuchte der Jahrgang 10 die Gedenkstätte Esterwegen. Am Dienstag nahmen die Klassen 10La und 10FC an der Exkursion teil, am Donnerstag folgten die Klassen 10Lb, 10Fa und 10Fb.
Zu Beginn des Besuchs erhielten die Schülerinnen und Schüler einen informativen Vortrag über die Geschichte der Gedenkstätte. Dabei wurde die Entstehungsgeschichte des Lagers ab dem Jahr 1933 erläutert. Die Jugendlichen erfuhren, wie im Emsland ein Netzwerk von insgesamt 15 Lagern entstand und welche unterschiedlichen Funktionen diese Lager während der Zeit des Nationalsozialismus hatten. Außerdem wurde die Befreiung der Lager im Jahr 1945 thematisiert sowie die weitere Nutzung des Geländes nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. So diente das ehemalige Lager zunächst als Internierungslager für NS-Mitglieder, später wurde das Gelände von der Bundeswehr genutzt. Erst im Jahr 2011 wurde die heutige Gedenkstätte eröffnet.
Um den Schülerinnen und Schülern einen umfassenden Eindruck vom historischen Ort zu vermitteln, wurde die Gruppe anschließend geteilt. Eine Gruppe begann mit der Führung über das Außengelände. Dabei wurde deutlich gemacht, dass man sich bewusst gegen einen originalgetreuen Wiederaufbau des Konzentrationslagers entschieden hat. Stattdessen veranschaulichen Baumreihen, Vulkansteine und Metallelemente die ehemalige Lagerstruktur. Ziel war es nicht, die historische Wirklichkeit nachzubilden oder den Verbrechen des Nationalsozialismus einen Raum der Inszenierung zu geben, sondern einen Ort des Gedenkens, der Erinnerung und der Mahnung zu schaffen.
Die zweite Gruppe startete zeitgleich mit dem Besuch der Dauerausstellung. Dort setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit den Lebensgeschichten von Häftlingen und Wärtern auseinander und erhielten Einblicke in die unterschiedlichen Schicksale der Menschen, die mit dem Lager verbunden waren. Zudem beschäftigten sie sich mit der Geschichte des „Lieds der Moorsoldaten“, das von politischen Gefangenen im Lager Börgermoor geschaffen wurde und bis heute als Symbol für Widerstand und Hoffnung gilt.
Im Anschluss wechselten die Gruppen, sodass alle Schülerinnen und Schüler sowohl die Führung über das Außengelände als auch den Besuch der Ausstellung erleben konnten.
Der Besuch der Gedenkstätte Esterwegen ermöglichte den Jugendlichen eine intensive Auseinandersetzung mit einem wichtigen Kapitel der deutschen Geschichte. Die Exkursion machte deutlich, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten und aus der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft zu lernen.