Es war einmal ein lang ersehnter Sonntag, an dem sich die strahlenden Abgänger auf die Reise nach Prag begeben haben. Abfahrt war um 23 Uhr. 9 Stunden später haben wir die ersten Umrisse der Hauptstadt Tschechiens erblicken können. Ohne Zähne putzen oder sich in andere Klamotten schmeißen zu können, hieß es dann für uns ab in die Prager Innenstadt. Vor Ort wurden uns nach einer semikurzen Warteeinheit die ÖPNV-Tickets ausgehändigt, sodass wir uns im Nu die tschechische Architektur höchstpersönlich unter die Lupe nehmen konnten. Über Stunden hinweg konnten wir uns völlig frei austoben, von übermäßigen Spaziergängen bis hin zu überdimensionalen Shoppingtouren. Um 15 Uhr ging es wieder Richtung Hostel, wo wir endlich unsere Koffer aus dem Bus befreien und zum Check-In gehen konnten. Nach der Bettenaufteilung, konnte dann jeder das machen, was er wollte und so den Tag ausklingen lassen.
Der Dienstag hat morgens mit einer Stadtführung in der Prager Innenstadt am Treffpunkt Pulverturm begonnen. Wir wurden durch die bekannten Sehenswürdigkeiten und Orte, wie die astronomische Uhr, das jüdische Viertel und Synagogen sowie den Wenzelsplatz begleitet.
Außerdem haben wir viel über die Prager Geschichte, Kultur und Architektur erfahren. Insgesamt hat Prag sehr viele schöne historische Gebäude, dadurch dass es im 2. Weltkrieg nicht bombardiert wurde und dementsprechend alles erhalten geblieben ist. Zudem wurden uns Restaurants, Geschäfte und einige ruhige Orte empfohlen. Nach einer Mittagspause haben wir das Nationalmuseum besichtigt, welches schon von außen beeindruckend wirkte. Das Museum war sehr vielfältig. Viele Themengebiete wurden auf mehreren Stockwerken abgedeckt, wie beispielsweise innere Architektur, Tschechische Geschichte sowie Kunst, Mineralien und ausgestorbene Tiere. Man hatte auch die Gelegenheit verschiedene Gegenstände zu berühren z.B. mittelalterliche Schwerter und Rüstungen. Insgesamt war das Museum sehr spannend und eindrucksvoll (siehe Bilder). Zuletzt hatten wir bis abends Freizeit und viele haben sich in der Prager Innenstadt aufgehalten, sind Essen gegangen oder haben sich „anderweitig“ beschäftigt.
Mittwoch: Das Frühstück fand für viele viel zu früh um sieben Uhr statt, da es für zwei der vier Profile um acht Uhr zu einer Bunkerführung losging… Wir hatten eine Deutsche Führung von einer Pragerin die uns viele Interessante Eindrücke aus ihrer Kindheit in der Sowjetunion gegeben hat. Wie zum Beispiel das jährlich die Nasen der Schüler:innen vermessen wurden damit jedes Kind in der Schule eine passende Gasmaske hat. Außerdem haben wir von ihr erfahren, dass der aktuelle Ministerpräsident ehemaliges Stasi-Mitglied ist. Das fand weder unsere Führerin noch wir spitze, aber jedem das seine…
Zwischen zehn und 14 Uhr hatten wir dann Zeit uns aufs Ohr zu hauen oder uns die Bäuche vollzuschlagen, bis es dann um 14 Uhr mehr oder weniger pünktlich zur Burg ging. Noch bevor wir unsere Burgführung hatten, haben wir eine „kleine“ Standpauke von den Lehrern über unsere Pünktlichkeit und Schlafgewohnheiten erhalten.
Nach der Ansprache ging es bestens gelaunt zur Prager Burg. Die Prager Burg war sehr beeindruckend, obwohl wir nicht alle Teile dieser besichtigen konnten. Die neuseeländische Delegation war wohl doch wichtiger als wir… Während der Tour gab es noch ein paar lustige Sidefacts von unserer Tour-Guidin Steffi, wie zum Beispiel das die Kirchenbänke in den heiligen Hallen abgesperrt sind, weil Tourist:innen dort gepicknickt haben…
Bevor wir es vergessen der Kunst LK hat währenddessen die Kunsthalle besichtigt. Die Abendgestaltung wurde dann wieder uns überlassen. Einige von uns waren in Restaurants und Bars oder haben ihre Karten zum glühen gebracht. Man munkelt, dass manche sogar ihr gesamtes Monatsgehalt an einem Tag ausgegeben haben. Völlig erschöpft fielen wir pünktlich um 21 Uhr in unsere Gemächer. Diese Nacht ausnahmsweise mal ohne krabbelnde ungebetene Gäste.
Am Donnerstag, dem vierten Tag in Prag, waren wir im KZ Theresienstadt. Nach einer etwa einstündigen, ruhigen Hinfahrt mit dem Bus kamen wir in dem gleichnamigen Ort an.
Unsere Tour begann etwa eine halbe Stunde später, bei welcher wir zunächst von einem etwas älteren Mann durch alte Verwaltungsräume der Anlage geführt wurden. Anschließend sahen wir alte Zellen für verschiedenste Häftlinge, während uns unser Guide über die Geschichte der Anlage vor der Nutzung durch die Nationalsozialisten erzählte, welche sich über mehrere Jahrhunderte zog und verschiedene Herrscher und Monarchien, unter anderem auch die Habsburger, beinhaltete.
Nach einer Handvoll weiterer Räume ging es durch einen etwa 400 Meter langen, sehr kleinen und dunklen Gang, welcher in einem Bereich mit viel Wiese endete. Auf der weiteren Führung sahen wir die spärlichen Schlaf- und Waschbereiche der Häftlinge, weitere Einzelzellen und zum Schluss auch einen Galgen. Nach diesen Einblicken war unsere Tour im Lager selber auch schon vorbei und der Ausflug ging nach einem kurzen Fußmarsch in die Stadt selber, in einem Museum weiter.
Zunächst sahen wir dort einen Doku-Film, wobei die äußerst gemütlichen Sitze so manche zum Einschlafen verleiteten. Anschließend gab es noch 20 Minuten, um die Ausstellung zu besichtigen, was für manche nicht einmal reichte, um die Hälfte der Ausstellung zu sehen.
Danach ging es zurück zum Bus, um die Rückfahrt anzutreten, bei welcher unsere Guidein, eine 75-jährige Frau, über sehr viele Fragen und Themen wie die politische Lage in Tschechien, tschechische Traditionen und aus irgendeinem Grund auch das Liebesleben ihres Enkels redete, welche allesamt sehr faszinierend waren.
Wieder in Prag hatten wir den Rest des Abends Freizeit, wobei sich einige beim Prager Metronom mit den Lehrern trafen und anschließend in den nahegelegenen Park gingen. Andere sind währenddessen in den Club oder anderswo hingegangen und haben den letzten Abend der Kursfahrt lebhaft ausgelebt.
Am letzten Tag unserer Prag-Fahrt hieß es leider schon wieder Abschied nehmen. Nach dem Frühstück mussten wir unsere Sachen packen und uns auf die Rückfahrt nach Hause vorbereiten. Dabei blickten wir noch einmal auf die vergangenen Tage zurück. Wir hatten gemeinsam viele verschiedene Seiten von Prag kennengelernt, waren unter anderem in der Altstadt unterwegs, haben das Nationalmuseum und die Prager Burg besichtigt und viele schöne Momente als Kurs erlebt. Auch wenn wir uns auf unser eigenes Bett und Zuhause gefreut haben, war es gleichzeitig schade, dass die gemeinsame Zeit in Prag schon vorbei war. Insgesamt war die Fahrt für uns eine schöne Erfahrung, an die wir uns sicherlich noch lange erinnern werden.


