Die Planung

Im November 2012 begannen die Planungen zum 100jährigen Schuljubiläum des Clemens-August-Gymnasiums. Es wurde eine „Leitungsgruppe“ gebildet, in der neben dem damaligen Schulleiter Heinrich Hachmöller, mir als Stellvertreter und Annette Ovelgönne-Jansen als Schulleitungsmitglied weitere Mitglieder des Kollegiums saßen, die entweder von Anfang an die Entscheidungen mitbestimmen (vor allem Vertreter der Fächer Kunst und Musik) oder die Interessen des Kollegiums vertreten wollten (Personalrat). Im Laufe der Zeit kamen Schüler- und Elternvertreter hinzu. Aufgabe dieser Leitungsgruppe war es, das Gesamtprojekt „Schuljubiläum“ zu leiten, übergreifende Aufgaben zu erledigen, den verschiedenen Arbeitsgruppen neue Impulse und Ideen zu geben und deren Überlegungen an die Leitungsgruppe zurückzubinden.

Schnell konnten sich alle auf wesentliche Grundsätze für die Feierlichkeiten einigen: Das Schuljubiläum sollte ein Fest für alle sein, Schüler und Eltern, Lehrer und Ehemalige, nicht zuletzt die Bevölkerung. Es sollte die Schule in all ihren Facetten spiegeln, Abwechslung bieten und vor allem nicht langweilig sein.

Konkret wurde schon in der ersten Sitzung des Leitungsgremiums der Rahmen abgesteckt: Das Jubiläum sollte in einer Festwoche begangen werden, eine Festschrift erstellt sowie die Feierlichkeiten in einem Jahrbuch dokumentiert werden. Verantwortliche für die Zusammenarbeit mit der Presse wurden bestellt, Ansprechpartner für die Fachschaften aus der Leitungsgruppe benannt. In den weiteren Sitzungen, die zunächst monatlich stattfanden, wurden konkrete Überlegungen angestellt. Sehr früh wurde zum Beispiel ein Festzelt bestellt, da für den geplanten Festakt sowie das Ehemaligentreffen die Räumlichkeiten der Schule nicht ausreichten. Eine ehemalige Schülerin, Katharina Westbrock, die „Event-Management“ studiert, bot sich an, bei der Planung und Organisation zu helfen, und erwies sich in der Folgezeit mit frischen Ideen als eine wertvolle Hilfe. So führte ihr Vorschlag einer Kooperation mit der örtlichen Presse dazu, dass kurz vor der Festwoche der gesamten Ausgabe der MT ein Sonderheft beigelegt wurde.

Klar war allen Mitgliedern der Leitungsgruppe, dass es wie 1964 und 1989 eine Festschrift geben musste. Wie sollte die Festschrift gestaltet werden? Lange wurde darüber in einer Redaktion, die vor allem aus Mitgliedern der Fachschaft Deutsch bestand, diskutiert. Das klassische Modell, die Schule und die einzelnen Fächer in einzelnen Aufsätzen, vorzustellen, erschien allen überholt. Schließlich sollte die Festschrift gelesen und nicht nur in das Bücherregal gestellt werden. Nach langen Überlegungen einigte man sich darauf, auf Grußworte zu verzichten, in einem ersten Kapitel nach einem historischen Rückblick Ehemalige und jetzige Schüler und Lehrer mit kurzen Erinnerungen an die Schulzeit zu Wort kommen zu lassen und dieses Kapitel mit einer Darstellung der Architektur der Schule zu schließen. In einem zweiten Kapitel wurden die Jahre 1989 bis 2014 in kurzen Aufsätzen, in denen eine Seite der Schule skizziert wurde und die nicht mehr als eine Doppelseite betrugen, vorgestellt. Unterbrochen wurden diese Ausätze durch Fotografien, die unter dem Motto „110 Jahre – 100 Köpfe“ in einer Foto-AG entstanden waren. Das Leitbild der Schule wurde im 3. Kapitel vorgestellt, Fotos der aktuellen Schüler, Lehrer und Gremien wurden im 4. Kapitel veröffentlicht. Eine Liste sämtlicher Abiturjahrgänge von 1923 bis 2013 (CAG und G II) sowie der ehemaligen Lehrkräfte und weiterer Mitarbeiter an CAG und GII schlossen sich an. Besonders hervorzuheben sind die vielen Fotos, die immer wieder zum Verweilen einladen und die Festschrift über den Tag hinaus zu einer interessanten Lektüre werden lassen. Ein wichtiger Punkt war natürlich die Finanzierung der Jubiläumsfeiern. Dazu wurden die Kolleginnen und Kollegen, die größere Aktionen planten (vor allem Konzerte/ Kunstprojekte/ Sportveranstaltungen) gebeten, einen begründeten Antrag auf Finanzierung zu stellen. Zu diesen Kosten kamen die Ausgaben für das Festzelt und die geplante Festschrift. Am Ende beliefen sich die Kosten auf über 115.000,00 €. Das bedeutete vor allem für die Mitglieder der Schulleitung „Klinken putzen“. Zur Finanzierung trugen neben dem Schulträger, dem Landkreis Cloppenburg, der das Festzelt und den Festakt finanzierte, verschiedene Sponsoren, Stiftungen, der Förderverein, die Eltern sowie nicht zuletzt auch der Ehemaligenverein bei.

Mitten in die ersten Vorbereitungen zum Schuljubiläum platzte die Nachricht, dass Schulleiter Heinrich Hachmöller mit Ende des Schuljahres 2013/ 14 an die Schule in Mailand wechseln würde. Das bedeutete für die Planung des Schuljubiläums erschwerte Bedingungen: Ich musste für eine begrenzte Zeit die Aufgabe des Schulleiters übernehmen, bis die Stelle neu besetzt würde, gleichzeitig würde die Schulleitung mit verringerter Besetzung arbeiten müssen.

Glücklicherweise arbeiteten alle Kolleginnen und Kollegen, vor allem auch die Mitglieder der Schulleitung, engagiert und intensiv mit, auch wenn es einen weiteren „Querschuss“ aus dem Kultusministerium gab, als die Kultusministerin verkündete, ab dem kommenden Schuljahr müssten alle Gymnasiallehrer eine Stunde mehr arbeiten. Es grenzt an ein Wunder, dass die Kollegen bei allem Ärger über diese (inzwischen als unrechtmäßig verurteilte) Arbeitszeiterhöhung mitzogen und die Planungen weiterhin bereitwillig unterstützten. So wurden schon das ganze Jahr über vielfältige Aktionen (Jugendbuchwoche; Studierzimmer, das verschiedene Phasen der Schulgeschichte lebendig machte oder ein interaktiver Touch-Table, der die Schulgeschichte dokumentiert) geplant und durchgeführt.

Als nächster Schritt wurden die einzelnen Tage der Festwoche thematisch festgelegt und Arbeitsgruppen gebildet, die diese Tage zu planen hatten. Zudem mussten Werbemaßnahmen überlegt, Flyer und Plakate gestaltet und ein Sicherheitsdienst bestellt werden, da im Festzelt wertvolles Equipment für das Jubiläumskonzert aufbewahrt wurde. Und ganz nebenbei musste ein Projekt, das grüne Klassenzimmer, beendet werden. Wären nicht Hausmeister, Sekretariat und Schulassistent bereit gewesen, weit über ihr Pensum hinaus mitzuarbeiten und mitzudenken, hätte es viel e Pannen gegeben. So konnten wir ein großes und gelungenes Fest feiern, das unserer Schule würdig war. Auch wenn der erste Tag – die Benefizwanderung verregnet war, war es eine gelungene Einstimmung auf das Fest, vor allem als alle bei der Schule ankamen und in der Mensa ausreichend verpflegt wurden. Höhepunkt des 2. Tages war das Lehrertheater: Lehrerinnen und Lehrer, zum Teil blutige Amateure, trauten sich auf die Bühne und unterhielten die Zuschauer, darunter viele Schülerinnen und Schüler, mit witzigen Sketchen. Die Kunst stand im Mittelpunkt des dritten Tages: In vielen Kunstklassen und –kursen sowie Arbeitsgemeinschaften waren verschiedenste Kunstwerke entstanden, die von einem hohen Niveau zeugten. Martin Feltes, Vorsitzender des Cloppenburger Kunstkreises, lobte die Leistung der Schülerinnen und Schüler und hielt ein dringliches Plädoyer für den Kunstunterricht. Dem CAG, so Feltes, sei es gelungen die Vielseitigkeit der Kunst gerade in der Moderne in einer eindrucksvollen Werkschau z8usammenzuführen.

Sportlich ging es am Donnerstag weiter. Die Spotlehrerinnen und –lehrer hatten das gesamte Sportgelände in eine Sportstätte verwandelt. Neben klassischen Sportarten konnte Low-T-Ball, Indian Dutch oder Waveboardfahren bewundern. Wer wollte, konnte das Sportabzeichen machen.

Höhepunkt der Festwoche war der Freitag. Am Vormittag gab es nach einem ökumenischen Gottesdienst einen Festakt im Festzelt. In Erinnerung bleiben sicher die Schüler, die in verschiedenen Sprachen die Gäste begrüßten und so die Vielfalt des CAG zeigten, und die Festansprache von Herbert Grieshop, eines ehemaligen Schülers, der in einer gelungenen Mischung von Ernst und Witz seine eigenen Erfahrungen am CAG Revue passieren ließ und die Bedeutung von Auslandserfahrungen herausstellte, auch anhand der eigenen Biographie. Am Abend dann ein großes Konzert. Die schuleigenen Bands „Bigband Cajazzo“ und die „RocKids“ hatten unter dem Motto „The Times They are a-Changing“ ein umfangreiches Programm zusammengestellt, das die Zuhörer in einer Zeitreise von 1914 bis zur Gegenwart führte. Die Video-AG ergänzte die Musik durch begleitende Bilder auf deiner großen LED-Wand.

Last but not least der Samstag. Am Vormittag der Tag der offenen Tür mit vielen Höhepunkten, die aufzuzählen den Rahmen sprengen würde, am Nachmittag und Abend dann das Ehemaligentreffen mit ca. 1000 ehemaligen Schülerinnen und Schülern, ihren Lehrerinnen und Lehrern. Das gute Wetter sorgte dafür, dass bis weit in die Nacht kräftig gefeiert und „geklönt“ wurde.

Die Veranstaltungen aus Anlass des 100-jährigen Schuljubiläums des CAG liegen nun schon hinter uns. Von allen Seiten gab es viel Lob für die gelungene Feierwoche mit dem Tag der offenen Tür sowie dem großen Ehemaligentreffen zum Abschluss. Besonders hervorgehoben wurde die Vielfalt der Veranstaltungen: Ausstellungen und Sportveranstaltungen, ein Hungermarsch für unsere Partnerschule in Wakkerstroom/ Südafrika und das Jubiläumskonzert mit den schuleigenen Bands „Cajazzo“ sowie „RocKids“ wechselten sich ab. Dass Petrus mit gutem Wetter und strahlendem Sonnenschein für den passenden Rahmen sorgte, sei nur am Rande erwähnt. Zum Jubiläum hat es danach ein Jahrbuch gegeben, das noch einmal die Veranstaltungen dokumentiert.

Was bleibt: Ich möchte mit einigen Worten der jmtierenden Schulleiterin Annette Ovelgönne-Jansen schließen: „Hundert Jahre CAG – einer Schule tut es gut, einmal innezuhalten und an das zurückzudenken, was war, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen und zu prüfen, was ist, und den Blick in die Zukunft zu richten und sich zu rüsten für das, was kommt. Wenn all das verbunden wird mit einem großen Fest, mit Engagement und Begeisterung, dann ist eine Schule gut aufgestellt.“

Günter Kannen,
stellvertretender Schulleiter des Clemens-August Gymnasiums

 

 

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